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24. Mai 2018


Berufsverbände: Tarifparteien sind auf dem „Holzweg“

Filmschaffende fordern mehr Gesundheit und mehr Lebenszeit

Auf dem „Holzweg“ sehen zahlreiche Berufsverbände und -netzwerke der Filmschaffenden die Tarifparteien bei Ihren gegenwärtigen Verhandlungen. Die Gewerkschaft Verdi fordert in den Tarifverhandlungen, die am 29. Mai in Berlin fortgesetzt werden, vor allem eine Gagenerhöhung um 6 Prozent. Zum einen bleibt schon diese Forderung hinter dem Abschluss u.a. des öffentlichen Dienstes zurück, bei dem jüngst über 7 Prozent vereinbart wurden. Vor allem aber kritisieren die in der Arbeitsgemeinschaft „Verbände PRO Tarif“ zusammengeschlossenen Berufsorganisationen, dass die Tarifgespräche „nur auf dem Papier“ über eine Begrenzung der Arbeitszeit auf 12 Stunden erfolgen.

Die an der Arbeitsgegeinschaft „Verbände PRO Tarif“ beteiligten Berufsorganisationen der Filmschaffenden haben – vor der Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen – in der vergangenen Woche eine Umfrage unter ihren Mitgliedern durchgeführt, ob ihnen „Mehr Gage“ oder „Mehr Gesundheit – Mehr Lebenszeit“ bei der Verhandlung der künftigen Arbeitsbedingungen wichtiger ist.
Dabei haben sich die Mitglieder mit einer, selbst für die Vorstände der Verbände, beeindruckenden Deutlichkeit für substantielle Verbesserungen bei der Arbeitszeit ausgesprochen: Für „Mehr Grundgage“ haben 19,4 Prozent der Mitglieder votiert, während sich 80,6 Prozent für „Mehr Gesundheit – Mehr Lebenszeit“ ausgesprochen haben. Abgestimmt haben Filmschaffende aus den Berufsgruppen Kamera, Schnitt, Szenenbild, Kostümbild, SetDecorator, Requisite, Regieassistenz, Kameraassistenz, Beleuchtung, Grip.

Bei der Onlineumfrage konnten auch Kommentare abgegeben werden. Unter den zahlreichen Statements finden sich vor allem Anmerkungen wie: „Eine über 10 Stunden hinausgehende Arbeitszeit ist familien -, menschen -und gesundheitsfeindlich“.


Die Kernforderungen von „Verbände pro Tarif“ sind:

1. Klarstellung der Tarifbestimmungen als Mindestkonditionen
2. Extreme Mehrarbeit vermeiden oder angemessen ausgleichen
3. Urlaubsregelungen anpassen
4. Pensionskasse: Ergänzende Altersvorsorge für Alle(s)
5. Tarifvertrag allgemeinverständlich machen

Verbände PRO Tarif

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